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Neuigkeiten von Radermacher & Partner

Our most emotional projects: Unterstützung der Treuhand

Erfolgsgeschichten und einmalige Herausforderungen: Radermacher & Partner als Restrukturierungsberater der Treuhandanstalt

Eine der spannendsten Epochen unserer Firmengeschichte war die Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung. In den Jahren von 1990 bis 1994 privatisierte die Treuhandanstalt rund 6.500 Volkseigene Betriebe der DDR, ca. 3.700 wurden liquidiert.

Unsere Consultants unterstützten seinerzeit die größte Staatsholding der Welt bei ihrer hoheitlichen Privatisierungsaufgabe unter dem kritischen Auge des Bundeskanzleramtes und getreu der Maßgabe des ersten Präsidenten der Treuhandanstalt: „Schnell privatisieren, entschlossen sanieren, behutsam stilllegen“. Bei unserer Beratungstätigkeit für die Treuhand erhielten wir tiefen Einblick in sehr unterschiedliche Betriebe vielfältiger Branchen und waren mit einem äußerst breiten Aufgabenspektrum konfrontiert – eine Situation, die für alle Beteiligten einmalig war und bleibt. Beispielsweise standen unsere Consultants in kontaminierten Industriegebieten vor den wirtschaftlichen und produkttechnischen Herausforderungen der Stahlkombinate, Braunkohlegesellschaften und deren Zulieferindustrie für Tagebaugeräte und Massengutumschlagsanlagen. Nicht alle Geschichten nahmen damals ein glückliches Ende; bei etlichen Betrieben führte kein Weg an der Liquidation vorbei – fachlich wie menschlich die schwerste Aufgabe unserer Historie.

Erfolgsgeschichte FER Fahrzeugelektrik Eisenach

Allerdings durften wir auch Erfolgsgeschichten begleiten, wie zum Beispiel die mittelständische FER Fahrzeugelektrik in Eisenach. Aufgrund unserer Erfahrung in der Automobilindustrie beauftragte uns die Treuhandanstalt 1990 mit einer Tragfähigkeitsuntersuchung für die FER. Der Volkseigene Betrieb zählte damals 12.000 Beschäftigte an 34 Standorten und versorgte die Staaten des Warschauer Pakts mit Autoelektronik, Scheinwerfern, Lichtmaschinen, Bremsleuchten, Blinkern und Scheibenwischern. Nach der Wende schnappten sich westdeutsche Wettbewerber gnadenlos das Kerngeschäft der Thüringer, die Scheinwerfer und Scheibenwischer. Was von der FER übriggeblieben war, privatisierte die Treuhand mit unserer Unterstützung 1992 erfolgreich. Das Management übernahmen gemäß unserer Empfehlung zwei einheimische Führungskräfte der FER in einem Management-Buy-out und starteten durch. Nach der schmerzhaften Sanierungsphase folgten die Erarbeitung von Produkt- und Marktstrategien, die Einführung von Lean Management und Quality Engineering. Die Verantwortlichen hatten ein natürliches Gespür für die praktische Nutzanwendung der vielen Empfehlungen ihres Umfelds.

Der Mittelständler lernte schnell und erreichte in rasantem Wachstum nach fünf Jahren die Gewinnschwelle. Die Manager aus dem eigenen Haus entwickelten unternehmerisches Fahrgefühl und engagierten sich in Vereinen und Verbänden, begleiteten Politiker, Bundeskanzler und Wirtschaftsminister auf ihren Wirtschaftsförderungsreisen durch die Welt. Die FER eröffnete infolge weltweit Büros und Fertigungsstätten und vollzog die Globalisierung bis an die Grenze ihrer Möglichkeiten. Dann folgte die Phase der strategischen Allianzen und die FER wurde schließlich von einem Wettbewerber friedlich übernommen.

2020 ist ein Jubiläumsjahr für Radermacher & Partner. Vor 33 Jahren, im Dezember 1987, wurde unsere Firma gegründet. Dies nehmen wir zum Anlass für einen ganz persönlichen Rückblick auf die vergangen drei Jahrzehnte. In „our most emotional projects“ erinnern wir uns an besondere Beratungsprojekte und Meilensteine unserer Firmengeschichte.

Bild von Michael Kauer auf Pixabay