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Neuigkeiten von Radermacher & Partner

Unsere Infrastruktur erfordert höchste Aufmerksamkeit

Tagung der Fachbeauftragten, Planungsingenieure konstruktiver Ingenieurbau & regionaler Instandsetzung von Ingenieurbauwerken

Auch in diesem Jahr durften wir auf der Fachtagung der Fachbeauftragten, Planungsingenieure konstruktiver Ingenieurbau sowie der regionalen Instandsetzung von Ingenieurbauwerken der DB InfraGO vortragen.

Im Mittelpunkt unseres Beitrags standen unsere Stichprobenprüfungen und Risikobetrachtungen über zwölf Gewerke hinweg – darunter 15 ausgewählte Brücken aus dem Bestandsnetz.

Die Resonanz war bemerkenswert: Unsere Erkenntnisse wurden aufmerksam aufgenommen und anhand realer Beispiele intensiv diskutiert. Besonders wertvoll war die Verknüpfung der Prüfergebnisse mit Erhaltungsstrategien und Priorisierungen für die Erneuerungsplanung.

Die InfraGO betreibt rund 26.000 Eisenbahnbrücken mit einem Wiederbeschaffungswert von 350 Mrd. EUR. Das durchschnittliche Dienstalter liegt bei fast 80 Jahren – ein eindrucksvoller, zugleich herausfordernder Befund. Die älteste noch in Betrieb befindliche Brücke stammt aus dem Jahr 1838 und trägt seit 187 Jahren zuverlässig den täglichen Verkehr.

2026 wird dank des „Sondervermögens“ ein Rekordjahr: Über 11 Mrd. EUR stehen zur Modernisierung des Bestandsnetzes bereit – die höchste Investitionssumme in Deutschland. Doch selbst das reicht dem tatsächlichen Bedarf kaum. Die Baukosten haben sich in zehn Jahren nahezu verdoppelt, die Vegetationskontrolle schlägt mit 300 Mio. EUR jährlich zu Buche, und im Fahrweg werden 2026 voraussichtlich 5,3 Mrd. EUR an Instandhaltungskosten anfallen.

Ein erheblicher Anteil entfällt auf kurzfristige Reparaturen – der Anteil steigt weiter. Neue Lösungen sind daher unverzichtbar, und die Schweiz liefert hier wichtige Impulse.

Im konstruktiven Ingenieurbau rücken innovative Verfahren und Werkstoffe in den Fokus. Ein Beispiel ist UHFB (Ultra-hochfester Faserbeton) – in der Schweiz breit erprobt und ein Werkstoff der Zukunft. Mit dem SIA-Merkblatt 2052 verfügt sie über einen der ersten praxisgerechten Standards für UHFB. Damit ist der Werkstoff regulatorisch baureif – ein Vorteil für Forschung und Pilotanwendungen.

UHFB ist wasserdicht, extrem widerstandsfähig und schnellhärtend – ideal für Baustellen mit kurzen Sperrpausen.

Die Herausforderungen im deutschen Schienennetz sind enorm – die Chancen ebenso.

Mit strukturierten Risikobetrachtungen, innovativen Werkstoffen für die Instandhaltung und kluger Priorisierung bei der Erneuerung lassen sich unsere Bauwerke sicher in die Zukunft führen.

Denn letztlich zeigt gerade das: „Eigentum verpflichtet“ – und unsere Infrastruktur verdient genau diese Haltung.

Vielen Dank an die Gastgeber des Anforderungsmanagements Ingenieurbau und der Bauartverantwortung für die Einladung!